Geschichten von Störchen und Nichtstörchen am Storchenhof

Themen über den Storchenhof in Loburg, Patenschaften usw.

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Erika
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Geschichten von Störchen und Nichtstörchen am Storchenhof

Beitrag von Erika » 12.06.2005, 11:19

Die Kraniche:
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"Fortuna" und "Grus Grus" sind jetzt 3 und 4 Jahre alt. Sie könnten nun im brutfähigen Alter sein. Ob sie aber überhaupt ein Pärchen sind, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Kraniche sind sehr heimlich und scheu. Balzverhalten zeigen sie schon mal, eine Paarung würden sie uns wohl nicht vorführen, auch unter den gegebenen Verhältnissen keine Jungen aufziehen können.
Als sie zum Storchenhof kamen, waren sie Jungvögel und hatten noch ihr braunes Jugendkleid, kleiner waren sie auch noch. Beide sind am Flügel verletzt und können nie mehr fliegen. Da sie mit den Störchen verwandt sind, werden sie zusammen mit ebenfalls flugunfähigen Weißstörchen gehalten - z. Zt. mit "Romeo" und "Julia" und "Karoline".
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Sie vertragen sich gut miteinander - allerdings war das anfangs nicht so: Die kleineren Kraniche wurden schon mal vom Futter verdrängt und durften auch nicht dort stehen, wo es sich gerade ein Storch ausgesucht hatte! Aber die Kraniche sind nun erwachsen und größer als die Störche geworden - ja und nun kehren sie öfter mal heraus, wer der "Chef" ist. Um der Sache Nachdruck zu verleihen, wird laut trompetet. Aber dann herrscht wieder Eintracht - bis zum nächsten "Zoff"!

Oft wurde nun auch gefragt: Was machen "Jonas" und "Novi"? Seit sie im vorigen Jahr "Prinzesschen" so erfolgreich abgewiesen hatten, konnten sie in diesem Jahr auf ein "störungsfreies" Eheleben hoffen - und das haben sie nun auch! Beide erschienen Anfang März am heimischen Horst in Loburg und dann hat Novi Eier gelegt und es wurde gebrütet. Die Kamera ist aber abgebaut worden, so wissen wir nicht wie viele es waren. Wie aber dem Bild zu entnehmen ist, sind 3 muntere Kinder im Horst, die hoffentlich weiterhin gut gedeihen! Vater "Jonas" (die Antenne ist sichtbar!) scheint jedenfalls mit dem Nachwuchs zufrieden zu sein!
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Der Wiesenhorst:
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Es ist eigentlich der "Kaiserhorst", aber in diesem Jahr ist so mancher Storch nicht zurückgekehrt. Auch der "Kaiser" ist nicht gekommen. Seine "Evita" aber ist da und war vielleicht auch traurig, wie wir! Aber in Sichtweite war auf seinem Horst "Johannes" allein, "Johanna" kam nicht zurück. Da müssen die beiden wohl beschlossen haben, es miteinder zu versuchen, denn immer öfter weilte Johannes bei Evita auf dem Horst! Recht so, denn man soll doch als brutfähiger Storch für Nachwuchs sorgen und nicht die ganze Saison nutzlos herumstehen!
Evita legte wohl 4 Eier, denn es schlüpften 4 Junge. Wir mussten lange warten bei diesem kalten und windigen Wetter bis wir sie zu sehen bekamen. Leider lag am 10. 6 . ein Junges tot unter dem Horst - vielleicht dem Wetter geschuldet! Hoffentlich wird es bald etwas wärmer - die 3 Jungstörche dort oben sollen doch groß werden !

Aktion auf dem Storchenhof !!! Viele Besucher schauten zu, als Dr. Kaatz jun. den Horst von Staksi und Eva erstieg. Der Sen. stand an der Dachluke und reichte dem Sohn eine größere Tasche. Darin befand sich ein Jungstorch, der auf diese Weise die Reise zu seinen zukünftigen Eltern antrat! Es war der Kleinste der "Bienenstörche", der nun dort oben eingesetzt wurde .Die Altstörche hatten fluchtartig den Horst verlassen, und schauten aus einiger Entfernung zu, wie ihnen da ein 4. Kind "adoptiert“ wurde!
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Die drei Geschwister nahmen es gelassen, der "Neue" kuschelte sich an und das wurde auch akzeptiert, soweit war erst einmal alles in Ordnung! Als die menschlichen "Eindringlinge" dann wieder am Boden waren, kehrte als erste Eva zurück. Zählt sie jetzt nach?? Eva stellte wohl nur erst einmal fest, dass Ordnung herrschte und stand dann ganz ruhig da. Der "Neue" rutschte zu ihr hin, beknabberte erst ihren Schnabel, dann die Füße - für Eva schien das aber in Ordnung zu sein. Dann kam Staksi und Eva flog ab, schließlich musste sie jetzt für 4 Kinder sorgen! Auch Staksi fand wohl nach Prüfung der Sachlage die Lage im Horst okay, sicher ist es das Wichtigste, daß bei den Kindern - egal wie viele - Ruhe und Ordnung herrschen!!
Zuletzt geändert von Erika am 12.06.2005, 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von
Erika

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Angie
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Beitrag von Angie » 12.06.2005, 12:45

Signatur von Frau Herbst: "Die Eule ist Sinnbild der Weisheit, Möge sie mir bei meinen Einträgen zur Seite stehen!"

Das hat sie auf jeden Fall getan, liebe Frau Herbst. Vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht. Es freut mich natürlich immer besonders, wenn ich von Grus Grus und Fortuna - meinen Paten - lesen und auch mal wieder ein Bild sehen kann.
Machen Sie und die Eule bitte weiter so! :wink:

Liebe Grüße von Angie

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Moni
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Beitrag von Moni » 12.06.2005, 19:31

Danke liebe Frau Herbst!

Ich lese ihre Berichte sehr gern und mit großer Aufmerksamkeit, sie sind
einfach wunderbar.

Ich schließe einfach mit Worten von Angie:"Machen Sie bitte weiter so! :)

Viele Grüße

von Moni

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Erika
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Freude!

Beitrag von Erika » 30.06.2005, 22:21

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Der Jungstorch sitzt etwas traurig in seinem Korb – dazu hat er auch Grund, denn er wurde von seinen Eltern aus dem Horst geworfen. Wenn er dann das Glück hat, noch lebend und unverletzt gefunden zu werden, bringt man ihn zum Storchenhof – auch sein Glück – denn hier wird alles getan um ihn nun wieder „aufzubauen“.

Erfahrungsgemäß stehen diese Tiere erst einmal unter Schock, fressen nicht, obwohl sie oft ungenügend ernährt sind, sie haben sich wohl auch aufgegeben, wollen nicht mehr leben. Aus diesem Zustand müssen sie nun langsam herausgeholt werden Wer nicht alleine frisst, bekommt dann Futter gestopft – kleine Mengen in Abständen, das muß man „testen“. Welche Freude, wenn er das Futter behält und sich langsam erholt. Wenn er wieder hockt und Interesse für seine Umgebung zeigt.

Zunächst wird er alleine gesetzt, denn muntere Korbgenossen bewegen sich und schubsen auch schon mal. Aber so ein Jungstorch hat gern Geschwister um sich zum „kuscheln“. Auch dieser Kleine ist soweit „gefestigt“, daß man ihm Geschwister geben kann. Nun frisst er zwar noch nicht allein, aber wir sind sehr hoffnungsvoll, daß er das Schlimmste überstanden hat und bald, genau wie die anderen zwei, ordentlich zulangen wird, wenn es Futter gibt! Auf dem Bild ist er der linke- der größte von allen.
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Inzwischen, es ist schon 3 Tage später, frisst er alleine. Die Hoffnung stirbt zuletzt – als er auf dem Storchenhof ankam bestand kaum Hoffnung!
Zuletzt geändert von Erika am 10.10.2005, 15:02, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von
Erika

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Erika
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Neues von Staksi und Eva

Beitrag von Erika » 30.06.2005, 22:53

Neue Geschichte vom Haupthorst.

Nach der zuletzt gemeldeten Version hatten Eva und Staksi 4 Kinder - jetzt haben sie 6 hungrige Schnäbel zu stopfen!! 2 Jungstörche, Geschwister, - sollten nicht getrennt werden, es war schon schlimm genug, dass sie als Waisen zum Storchenhof kamen!
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Bereits im vorigen Jahr zogen Eva und Staksi 6 Kinder erfolgreich auf (4 eigene und 2 adoptierte).Nun kann ja mit Hilfe der Video-Anlage genau beobachtet werden, wie es der Großfamilie da oben geht. Ganz schön eng ist es jetzt schon, aber bei Storchens herrscht Disziplin: Steht einer auf und breitet die Flügel aus, bleiben alle anderen brav sitzen, es kommt jeder an die Reihe!

Lustig ist es, wenn die Besucher zählen:
4 oder 5? Nein, es sind ja 6!! Ungläubiges Staunen ! Nun, 6 Junge sind möglich, allerdings sehr selten, da müssen wir schon erklären, daß da vom Storchenhof "nachgeholfen" wurde ! Das geschieht aber aussschließlich zum Wohle der Störche! In der letzten Phase bevor sie fliegen, sind sie im Horst bei Storcheneltern am besten aufgehoben, und soooo viele Menschen werden ihnen die Daumen drücken, für den erfolgreichen Abflug vom sicheren Horst - und das wird bald sein! Wir werden wieder berichten.
Zuletzt geändert von Erika am 10.10.2005, 15:05, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße von
Erika

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Re: Neues von Staksi und Eva

Beitrag von Angie » 30.06.2005, 23:30

Erika hat geschrieben:...
Inzwischen, es ist schon 3 Tage später, frisst er alleine. Die Hoffnung stirbt zuletzt – als er auf dem Storchenhof ankam bestand kaum Hoffnung!
das ist eine wunderbare Nachricht. Ich drücke weiter die Daumen.
Ebenso für die 6 Jungstörche im Nest von Eva und Staksi. Guten Abflug und gute Landung kann man da nur wünschen.

Frau Herbst, Sie Engel vom Storchenhof - danke für die interessanten Berichte.

Grüße von Angie

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Moni
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Beitrag von Moni » 01.07.2005, 07:29

"Kleiner unglücklicher Storch im Glück..." (Bericht von Frau Erika Herbst)

...das kann man wirklich sagen!
Wenn kleine und große hilfesuchende Störche und andere bedürftige und in Not geratene Tiere
auf den Storchenhof kommen, dann kommen sie in liebevolle und fachliche Hände.

Ich freue mich so sehr, für all ihre "Pflegekinder", liebe Frau Herbst, sie haben wirklich Glück
im Unglück!

Angie schreibt:

"Frau Herbst, Sie Engel vom Storchenhof..."

Recht hat Angie!
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"Haben Tiere eine Seele und Gefühle" kann nur fragen, wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.
(Dr. Eugen Drewermann)

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Beitrag von Kathrin » 07.07.2005, 22:01

Am Tage unseres Storchentreffens, besser gesagt am Abend, wurde ein verletzter Storch aus dem Jerichower Land in den Storchenhof gebracht. Er hatte sich den Flügel gebrochen und wurde gleich von Herrn Kaatz sen. und jun. sowie von Frau Herbst fachgerecht verbunden.
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Er war sehr schwach, stand unter Schock und als Herr Kaatz sen.ihn auf die Beine stellte, ließ er sich sofort wieder fallen.
Meine Kinder (4 J.und 9 J.) waren von diesem Erlebnis geschockt. Wie kann soetwas nur passieren? Noch am Abend zu Hause sprachen sie von nichts anderem als von dem verletzten Storch! Sie gaben erst Ruhe als wir ihnen versprachen, bald wieder nach Loburg zu fahren, um nach "ihrem" Storch zu sehen!
Am Montag, den 20.06. wurde der Storch in Magdeburg operiert und eine Woche später waren wir wieder in Loburg zu Gast.
Wir waren alle hocherfeut, den Storchentreffenstorch wohlauf zu sehen.
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Herr Kaatz sagte uns, dass er gute Aussichten auf Heilung hat und das Wichtigste: ER WIRD WIEDER FLIEGEN KÖNNEN !!!
Dazu drücken wir ihm ganz dolle die Daumen und hoffen, dass er schnell wieder gesund wird, sein Winterquartier beziehn kann und noch viele viele kleine Störchis großzieht.
An das Loburgteam möchten wir unser ganz großes Dankeschön aussprechen. Ihr leistet dort wirklich Tolles!

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Stoerchin
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Beitrag von Stoerchin » 07.07.2005, 23:43

danke für diesen tollen bericht, kathrin :-) ich freu mich riesig, dass er wieder fliegen können wird
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*klapper*und*wegflieg*[/b]
Yena olwayo ungashona. Yena engalwa useshonile.

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Erika
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Beitrag von Erika » 08.07.2005, 18:21

Unsere Storchenkinder

Zwischen dem 3.7. und 6.7. haben uns 5 Jungstörche verlassen. Die Storchenhofleitung hat Einsetzungsaktionen in andere Horste vorgenommen. Nun sind 2 in Wenddorf 1 in Mahlwinkel und 3 im Raum Calbe/Saale bei neuen Eltern. Leider gibt es keine Fotos von diesen Aktionen, wie der FV aber erfuhr , sind die Jungen angenommen worden und es geht ihnen gut.

Zurückgeblieben ist der Kleine aus Bebertal, der aber wohl das Schlimmste überstanden hat, lange war er ja ein Sorgenkind. Seine "Geschichte" hat also eine Fortsetzung!
Hier ist er noch mit seinen 2 „Geschwistern“, die allerdings inzwischen in andere Nester umzogen (s.o.) Er selbst ist noch im Storchenhof, frisst einfach noch zu langsam um es mit großer Konkurrenz aufnehmen zu können.

Auf den Bildern ist er der größte:

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Erika

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