Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Bitte hier KEINE Bilder von Horsten mit Web-Cam posten.

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Pitti
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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Pitti » 28.10.2009, 19:30

Lübecker Nachrichten
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ln-online/lokales vom 28.10.2009 00:00
Biogasanlagen machen Störchen Konkurrenz

Grevesmühlen – In Grevesmühlen und Umgebung geht die Zahl der Störche zurück. Günter Wagner zählte vor vier Jahrzehnten 35 Paare, in diesem Jahr waren es 15, die Junge hatten.

Immer weniger Weißstörche in Mecklenburg-Vorpommern: Die Zahl der Brutpaare sei in diesem Jahr um etwa zehn Prozent auf rund 780 gesunken, so der Landesstorchenbetreuer Hans-Heinrich Zöllick. Der Nahrungsrückgang sei eine der Ursachen. Wegen der Bioenergieförderung würden auf immer mehr Flächen Mais und Raps angebaut. Feuchtes Grünland mit Amphibien als Futter für die Störche gebe es immer weniger (die LN berichtete). Das kann der Grevesmühlener Hobby-Ornithologe Günter Wagner bestätigen.

Der 72-Jährige zählt seit vier Jahrzehnten die Adebare im Altkreis Grevesmühlen. Mit Blick in seine Unterlagen stellt er fest, dass die Zahl der Horstpaare im Laufe der Zeit immer weiter zurückging. Als er damals anfing, durch das 660 Quadratkilometer große Gebiet zu touren, registrierte er noch 35 Horstpaare. Vor 20 Jahren waren es rund 25. In diesem Jahr beobachtete er 15 Paare, die Junge aufzogen. „Das ist wenig“, stellt Günter Wagner fest.

Die Paare kümmerten sich in diesem Jahr um insgesamt 33 Jungstörche. Jeweils drei entwickelten sich in Grevenstein, Grieben, Groß Pravtshagen, wo nach Aussage von Wagner ein neuer Mast gesetzt wurde, sowie in Rolofshagen, Warnow und Welzin. Dagegen war beispielsweise der Horst in Rankendorf, der in der Vergangenheit immer sehr gut angenommen wurde, „leider nicht besetzt“, bedauert der Hobby-Ornithologe.

An den Horstgelegenheiten auf Dächern und Masten könne es nicht liegen, dass die Weißstörche in der hiesigen Region weniger werden. „Die sind vollkommen ausreichend“, betont Günter Wagner. „Aber was nützt eine Vier-Raum-Wohnung, wenn man nichts zu essen hat.“ Das Umfeld sei nicht mehr intakt. „Wir haben nicht mehr viele Feuchtwiesen zu bieten.“ Das sehe in Ungarn und vor allem im benachbarten Polen ganz anders aus.

Da die Horstpaare nicht mehr genügend Nahrung finden, ziehen sie auch nicht mehr so viele Jungtiere auf. Es kommt vor, dass einige von ihnen aus dem Horst geworfen werden. Darüber kann der Grevesmühlener in diesem Jahr zwar nichts mitteilen. Aber in den vergangenen Jahren hätten ihm das Leute berichtet, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Horste wohnen und die Störche deshalb täglich beobachten können. So hat zum Beispiel das Horstpaar in Grieben im Vorjahr alle drei Jungtiere abgeworfen.

Wie Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus informiert, werde es für die Tiere immer schwieriger, die etwa 500 bis 700 Gramm Nahrung, die ein ausgewachsener Storch täglich benötigt, zu finden. Ein Jungvogel brauche für einen kurzen Zeitraum bis zu 1600 Gramm Nahrung pro Tag, sodass der tägliche Bedarf einer ganzen Storchenfamilie bei 4600 Gramm liege. „Deshalb ist der Erhalt der Nahrungsräume von entscheidender Bedeutung für die Bestandsentwicklung des Weißstorches“, betont der Minister und verweist auf zahlreiche Förderprogramme, die auch dem Erhalt der Lebensgrundlage des Storches nützen. So enthalte das ländliche Entwicklungsprogramm zahlreiche Teilmaßnahmen, die in ihrer Wirkung geeignet sind, die Lebens- und Nahrungsbedingungen

des Weißstorches nachhaltig zu verbessern, beispielsweise durch die Renaturierung von Fließgewässern, die naturnahe Gestaltung von Uferbereichen sowie den Erhalt und die Entwicklung von Feuchtlebensräumen.

Ein Lob richtet Till Backhaus an die Horstbetreuer. „Ihr Einsatz war und ist in hohem Maße von Idealismus geprägt und bedarf weiterhin der Unterstützung und Förderung.“ Der Minister hofft, dass sich künftig verstärkt jüngere Menschen finden, die den „Staffelstab“ übernehmen.
Von Sven Asmus

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Erika
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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Erika » 28.10.2009, 21:08

Den Herren Till Backhaus habe ich in keiner guten Erinnerung, als die "Vogelgrippehysterei" herrschte, war er nicht derjenige, der Besonnenheit gezeigt hat....
Viele Grüße von
Erika

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Holger
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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Holger » 15.12.2009, 12:40

Lübecker Nachrichten, 14.12.09

Zu schwer gebaut: Störche müssen umziehen
Penzlin/Schwerin (dpa/mv) - Weil ein alter Fabrikschornstein unter der Last einzustürzen droht, muss in Penzlin (Landkreis Parchim) ein Storchennest abgebaut werden.....>>> weiterlesen

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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Erika » 15.12.2009, 16:22

Hallo Holger,
Dass Störche mal umziehen müssen, weil der Horst so schwer geworden ist, dass die "Unterlage" einzustürzen droht, ist nicht neu, denn der ortstreue Adebar baut ja in jedem Jahr weiter....
Es ist natürlich sehr zu begrüßen, dass ein Ort sich Gedanken macht, Adebar ein neues Zuhause zu bieten...
Wenn die neue Wohnung so angeboten wird, dass sie wie der obere Teil der alten aussieht, bleibt der Erfolg sicher nicht aus....
Viele Grüße von
Erika

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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Ostseestorch » 24.02.2010, 22:59

Seit zwei Tagen sind die ersten Störche des Jahres in Mecklenburg zurück!

Wie in den Vorjahren hatte es das Storchenpaar in Belitz (Landkreis Güstrow) besonders eilig. Anwohner meldeten, dass beide Störche am Montag, 22. Februar, dort eingetroffen sind.

Bild

Wie auf diesem Foto von Ende Juli des vergangenen Jahres zu sehen, befindet sich der Belitzer Horst auf einem E-Mast. Aufgrund des sehr frühen Ankunftsdatums ist davon auszugehen, dass die beiden unberingten Störche in Europa, vielleicht in Spanien, überwintert haben.

Viele Grüße
Ostseestorch
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Martha
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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Martha » 24.02.2010, 23:29

Hallo Ostseestorch,
ich kann es noch gar nicht glauben, dass es wieder los geht. Schneedreck und Nebel rundum.....
Hier in der Gegend habe ich noch nie von so frühen Heimkehrern gehört, aber es gibt Hoffnung auf Frühling und ich freue mich drauf.
Möge 2010 ein gutes Storchenjahr werden! Wir werden in unserem Revier wieder ein aufmerksames Storchenauge werfen und freuen uns auf die Berichte aus MV!
„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“ Kurt Marti
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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Erika » 25.02.2010, 10:39

Hallo, Ostseestorch,
schön, dass die Belitzer zuhause sind!
Die Störche wissen es: Jetzt kommt der Frühling.... ich habe heute den ersten Star gesehen!
Viele Grüße von
Erika

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Steve
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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Steve » 25.02.2010, 15:42

Moin
Das freud mich auch das bei euch die ersten da sind bei uns war der Erste am 21.02.2010 da.
Vielleicht ist der ja mit euren zusammen gezogen.
http://www.youtube.com/watch?v=HBKBf0-X4xg
Mfg Stefan aus 24576 Hitzhusen Schleswig-Holstein

http://www.storchenfreunde-hitzhusen.jimdo.com

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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Ostseestorch » 26.02.2010, 00:34

Martha hat geschrieben:Hallo Ostseestorch,
ich kann es noch gar nicht glauben, dass es wieder los geht. Schneedreck und Nebel rundum.....
Hier in der Gegend habe ich noch nie von so frühen Heimkehrern gehört, aber es gibt Hoffnung auf Frühling und ich freue mich drauf.
Möge 2010 ein gutes Storchenjahr werden! Wir werden in unserem Revier wieder ein aufmerksames Storchenauge werfen und freuen uns auf die Berichte aus MV!

Hallo Martina,
die gleichen guten Wünsche gehen natürlich auch an euch und die Störche in Brandenburg. Die beiden Belitzer waren übrigens schon 2008 exakt am gleichen Tag (22.2.) zurück. 2009 kamen sie gemeinsam Anfang März. Verschiedene Zeitungen und auch dpa haben heute über die beiden Frühankömmlinge berichtet. Fotos, die ich leider nicht einstellen darf, zeigen sie auf Eis und Schnee. Sie werden zurzeit von Anwohnern mit Fisch zugefüttert (das sollte allerdings kein Dauerzustand werden). Bei einer nach wie vor geschlossenen Schneedecke, die dort momentan etwa 20 cm misst, wäre es zurzeit in jedem Fall sehr schwer für die beiden, an ausreichend Nahrung zu kommen. Andererseits sind sie sicherlich jederzeit in der Lage, vorübergehend weiter in den Westen zu fliegen, wo die Nahrungsverhältnisse nach dem Tauwetter der letzten Tage wesentlich günstiger sind. Ich finde grundsätzlich, niemand muss sich momentan um gesunde Altstörche sorgen, die es gewohnt sind, ohne menschliche Hilfe klarzukommen.

Viele Grüße
Ostseestorch
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Re: Storchenland Mecklenburg-Vorpommern

Beitrag von Ostseestorch » 19.04.2010, 00:04

Pitti hat geschrieben:lieber Stefan, danke für den Original-Artikel, den wir bisher nur in diversen Zeitungen als dpa-Artikel lesen, aber nicht kopieren durften.
Ich freue mich, dass du das Ganze noch so klasse untermalt hast mit deinen Fotos.
Das Geschlecht dürfte ja bei guter Beobachtung bei der gerade noch aktiven Horstbindung vielleicht feststellbar sein.

Es ist schon beeindruckend. Wer weiß, wo sie sich rumgetrieben hat. Es gibt ja so viele Horste, die nicht so sehr beobachtet werden können oder überhaupt. Vielleicht konnte sie/er sich auch auf ihrem/seinem alten Horst nicht mehr durchsetzen und hat neu angefangen. Selbst die "alte Genossin" von Jürgen Kaatz in Dranse (BRB) ist ein Jahr jünger, aber sie brütet ja auch noch.

Vielen Dank für diese schöne Nachricht!


Sehr wahrscheinlich ist "Methusalem" Hiddensee B 0217 (von 1986) seit Ostern an seinem/ihrem Horst in Veelböken zurück!! Es gibt zwar noch keine Ringablesung, aber mehrere Anwohner haben berichtet, dass ein links oben mit Metall-Ring ausgestatteter Storch auf dem Nest steht. Ein Foto, das eine Anwohnerin aufgenommen hat, bestätigt die Aussage.

Bild

Ulf Bähker, der dort Regionalbetreuer ist, will den Ring demnächst kontrollieren. Es wäre phänomenal, wenn B 0217 es mit 24 Jahren tatsächlich noch einmal geschafft haben sollte. Der Partner bzw. die Partnerin war - soweit ich informiert bin - zuletzt noch nicht zurück.

Viele Grüße
Ostseestorch

http://www.stoerche-doberan.de

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