Tierschutz / Artenschutz

Was wir schon immer mal wissen wollten oder was wir wissen sollten!

Moderatoren: Administratoren, Moderatoren

Antworten
Angie
Beiträge: 24938
Registriert: 07.08.2004, 15:53

Tierschutz / Artenschutz

Beitrag von Angie » 22.12.2006, 09:44

Spanische Ministerin will Stier-Tötung beenden

Aufregung in Spanien: Die Umweltministerin des Landes will nicht mehr mit ansehen, wie Stiere bei öffentlichen Kämpfen zu Tode kommen. Parteikollegen gehen schon auf Distanz

Die spanische Umweltministerin Cristina Narbona will das Töten von Stieren in der Arena verbieten lassen. Die sozialistische Politikerin sprach sich laut Zeitung «El Mundo» dafür aus, in Spanien eine Regelung nach dem Beispiel Portugals einzuführen. Im Nachbarland ist den Stierkämpfern der Todesstoß untersagt - er wird von den Toreros daher nur angedeutet.
Die Ministerin griff mit ihrer Initiative ein heikles Thema auf, an das sich in der jüngeren Vergangenheit keine spanische Regierung herangewagt hatte. Wie heikel die Frage ist, erfuhr die Sozialistin umgehend: Sogar ihre Parteigenossen und Kabinettskollegen gingen auf Distanz. «Für die Regierung steht dieses Thema nicht auf der Tagungsordnung», sagte Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba.

José Blanco, Vorstandsmitglied der regierenden Sozialisten (PSOE), betonte, dass die Partei den Vorschlag nicht unterstütze.

«Hinter der Initiative steckt die Absicht, den Stierkampf schrittweise ganz zu verbieten», empörte sich der Torero Miguel Abellán. Der Präsident des Verbandes der Kampfstierzüchter, Eduardo Miura, ergänzte: «Die Corrida ist ein Ritual, und der Tod der Tieres gehört dazu.» Der Stierkampf gilt in Spanien als «Fiesta Nacional» (Nationales Fest) und als eine - tief in den Traditionen des Landes verankerte - kulturelle Ausdrucksform.

«El Mundo» erläuterte, weshalb die Fans so aufgebracht auf die Worte der Ministerin reagierten: «Mit einem Verbot des Todesstoßes würde der Stierkampf zu einer Pantomime oder einem Zirkus herabgewürdigt. Da wäre es besser, ihn ganz abzuschaffen.» (nz)



http://www.netzeitung.de/ausland/480485.html

Benutzeravatar
Silvia
Beiträge: 159
Registriert: 05.02.2006, 12:30
Wohnort: Weimar

Beitrag von Silvia » 22.12.2006, 16:46

Ich bin für ganz abschaffen!!!

Leider habe ich aber nichts zu sagen :evil:
Zuletzt geändert von Silvia am 23.12.2006, 17:08, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße aus Weimar
von Silvia

99 Prozent aller Sorgen, die man sich macht, treten nie ein!

Benutzeravatar
Helle
Administrator
Beiträge: 5528
Registriert: 27.07.2004, 18:45
Wohnort: Berlin

Beitrag von Helle » 23.12.2006, 08:38

ich hab auch nichts zu sagen, sags aber trotzdem: ganz abschaffen :!:
Viele Grüße

Helle

"Irren ist menschlich"
Auch Mist kann Wachstum fördern
P. Rohner

Benutzeravatar
Akka
Beiträge: 536
Registriert: 08.04.2005, 16:16
Wohnort: Grande SH

Beitrag von Akka » 23.12.2006, 08:52

Es bibt nur eines: Ganz abschaffen.
Auch beim portugiesischen Stierkampf, das sollte man nie vergessen, fließt Blut. Das alles ist entsetzliche Tierquälerei, wobei die Franzosen leider auch ungehemmt mitmachen.

Benutzeravatar
Erika
Forumsbeauftragte
Beiträge: 3067
Registriert: 05.06.2005, 19:51
Wohnort: Magdeburg

Beitrag von Erika » 23.12.2006, 10:32

Der Todesstoss ist vielleicht noch eine Gnade, dieser Kampf ist eine menschenunwürdige Tierquälerei!
Es ist schwer zu begreifen, wie eine ganze mit Menschen gefüllte Arena da zuschauen kann. Wer das noch mit Tradition zu begründen versucht, ist wohl ohne jedes Verantwortungsgefühl für unsere Mitgeschöpfe, und so ein Land ist EU-Mitglied!
Viele Grüße von
Erika

Die Eule ist Sinnbild der Weisheit, Möge sie mir bei meinen Einträgen zur Seite stehen!

Idefix
Beiträge: 406
Registriert: 06.07.2005, 18:06
Wohnort: Spremberg

Beitrag von Idefix » 23.12.2006, 15:19

Ich bin auch dafür, dass dieser Tierquälerei endlich ein Ende gesetzt wird. Nur befürchte ich, dass es wohl so schnell nicht gehen wird. Leider halten noch zu viele Menschen an dieser "Tradition" fest.

Benutzeravatar
Sabine
Forum Techniker/in
Beiträge: 285
Registriert: 19.08.2004, 11:10
Wohnort: Hildesheim

Kormoran

Beitrag von Sabine » 06.01.2007, 20:45

Habe gerade auf dem MDR Fernsehen gehört, der Kormoran soll ab Januar zum Abschuss freigegeben werden in Sachsen. Der Kormoran hätte 1000000 Euro Fischereischaden in 2006 angerichtet. Sonst haben sie vom Staat einen Ausgleich bekommen, der jetzt wohl wegfällt.
Dann erleben wir wohl ein zweites Kormoran Jagdmassaker.

Traurige Grüße von

Sabine
Viele Grüße von

Sabine

---------------------------------------------------
Tiere entäuschen nie, Menschen fast immer!

wusel
Beiträge: 925
Registriert: 29.06.2006, 21:59

Beitrag von wusel » 06.01.2007, 21:35

Schlimm!
Auch bei uns in Bayern ist der Druck der Fischereiverbände sehr stark - und sie finden eine willfährige Presse, sehr tendenziöse Berichterstattungen in ihrem Sinn!
Nach der Entscheidung in Sachsen wird die Lage für die Naturschützer hier noch viel schwieriger werden.
Traurige Grüße
Doris

Benutzeravatar
estrella50
Beiträge: 551
Registriert: 11.08.2004, 02:51
Wohnort: Main-Kinzig-Kreis (Hessen)

Beitrag von estrella50 » 08.01.2007, 23:12

Der Stierkampf gehört ein für allemal abgeschafft!! Das hat absolut nichts mehr mit traditioneller Kultur zu tun. Es ist eine Schande, daß solch ein Land in der EG ist!

Meine Hochachtung gilt der spanischen Umweltministerin Cristina Narbona. Ihre Forderung bedarf der Unterstützung aller europäischer Umwelt- und Tierschützer als auch sämtlicher Umweltminister Europas, die sich ebenfalls gegen den Stierkampf ausgesprochen haben. Bin gespannt, was sich da tut.
Bild

Benutzeravatar
estrella50
Beiträge: 551
Registriert: 11.08.2004, 02:51
Wohnort: Main-Kinzig-Kreis (Hessen)

Beitrag von estrella50 » 08.01.2007, 23:47

In Sachen der geplanten Verordnung, daß in Sachsen demnächst die Kormorane zum Abschuß freigegeben werden sollen, habe ich einige Informationen. Vor einigen Tagen erhielt ich eine Mail von Carlo Fuchs, den ich persönlich kenne aus der Zeit, als ich im Raum Braunschweig wohnte. Er ist Naturschutzberater und Geschäftsstellenleiter.

Nachfolgend veröffentliche ich diese Mail mit Hintergrundinformationen und der Bitte, sich an Protestmails zu beteiligen. Im Anschluß daran poste ich den Inhalt der Protestmail, den Carlo Fuchs und viele andere Tierschützer bereits an die entsprechenden Minister des Landes Sachsen gesandt haben, so auch ich. Den Text habe ich etwas geändert. Er darf übernommen werden. Es kann aber auch ein ganz persönlicher Text formuliert werden. Die Mailadressen der beiden Minister findet Ihr im Anschluß der Protestmail.


"Liebe NABU-Kolleginnen und -Kollegen in Niedersachsen,
Liebe Naturschützer/innen und Mitarbeiter/innen in der NABU Bezirksgruppe Braunschweig,

die Kolleginnen und Kollegen vom NABU Sachsen und vom VSO (Verein Sächsischer Ornithologen e. V.) sehen sich aktuell mit der heimlich, still und leise geplanten Freigabe des Kormorans zum landesweiten Abschuß konfrontiert. Wie auf der Seite des VSO nachzulesen ist, wurde auf Druck der Freizeitanglerlobby im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) der Entwurf einer „Sächsischen Kormoranverordnung“ vorgelegt. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Jagdfreigabe des Kormorans, und zwar ausdrücklich auch in Schutzgebieten einschließlich FFH- und Vogelschutzgebieten (siehe PDF Kormoranverordnung)! Einschränkungen sind zwar formal gegeben, aber in der Praxis kaum durchsetzbar und schon gar nicht kontrollierbar. Mit der Freigabe der Jagd in solchen Gebieten bis zum 1. April (!) führt das SMUL eigene Schutzbemühungen für Arten wie Kranich und Seeadler usw. ad absurdum.

Die in Sachsen anerkannten Naturschutzverbände waren aufgefordert, ihre Stellungnahme zur Verordnung bis zum 11. Dezember abzugeben. Offenbar scheut das SMUL jede Öffentlichkeit (und selbst seine eigenen Fachbehörden!) und möchte die Verordnung schnell und möglichst lautlos Anfang 2007 im sächsischen Kabinett einbringen und beschließen. Der NABU hat, in Anlehnung auch an die vom VSO erarbeitete Forderung zur Akzeptierung des Kormorans als Bestandteil des Gewässerökosystems, eine ablehnende Stellungnahme verfasst. Der VSO hat in diesem Zusammenhang noch einmal auf seinen Standpunkt zum Kormoran verwiesen (Positionspapier des VSO) und wird zudem entsprechend protestieren, so auch mit einer Demonstration vor der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden am 9. Januar um 15.00 Uhr.

Gleichzeitig bitten der NABU Sachsen und der VSO um unsere Unterstützung und rufen zu Protesten per E-Mail auf!



Mit besten Grüßen

Carlo Fuchs
'''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''
Faunistische Arbeitsgemeinschaft Südost-Niedersachsen (FAS) der NABU Bezirksgruppe Braunschweig e. V.
Carlo Fuchs
Naturschutzberater / Geschäftsstellenleiter
NABU Bezirksgeschäftsstelle Braunschweig
Hochstr. 18
38102 Braunschweig"



Und hier folgt nun der Text der Protestmail:

"ZIEHEN SIE IHRE PLÄNE ZUR VERFOLGUNG DES KORMORANS IN SACHSEN ZURÜCK!


Sehr geehrte Herren Minister Tillich und Winkler,

mit Entsetzen habe ich erfahren, dass die sächsische Regierung beabsichtigt, ein Gesetz zum landesweiten Abschuss des Kormorans vorzubereiten.

Noch schockierender ist die Tatsache, dass nicht einmal die durch EU-Recht geschützten Naturreservate (FFH und SPA) davon verschont bleiben sollen. Die Länge der Jagdsaison (bis zum 1. April!) wird unvermeidlich verheerende Auswirkungen auf den Bruterfolg von Vogelarten wie dem Seeadler und dem Kranich haben, da diese dieselben Habitate bewohnen und dort auch brüten. Diese Gebiete stehen unter dem speziellen Schutz der Gesetze der Europäischen Union (92/43/EEC und 79/409/EEC).

Ich möchte Sie hiermit dringend auffordern, eine Naturschutzpolitik zu machen, die Ihres Landes und des 21. Jahrhunderts würdig ist! Akzeptieren Sie, dass der Kormoran ein legitimes Recht auf Leben in der natürlichen Vielfalt der sächsischen Gewässer hat.

Ich erwarte von Ihnen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verfolgung und Tötung des Kormorans in Sachsen, die nur einer verschwindend kleinen Zahl von Sportanglern dienen, nochmals überdacht und danach fallengelassen werden. Es kann nicht angehen, daß Kormorane getötet werden sollen, damit Sportangler ungestört ihrem Hobby nachgehen können. Es bleiben noch genügend Fische zum Angeln, nachdem Kormorane einige davon zum Hungerstillen "entwendet" haben.

In der Hoffnung auf eine solche für Mensch und Natur gleichermaßen positive Entscheidung verbleibe ich


mit freundlichen Grüßen



Die Mailadressen der Minister:

info@smul.sachsen.de und info@sk.sachsen.de


Ich bedanke mich für Eure Unterstützung.

Herzliche Grüße
estrella
Bild

Antworten