Vogelschutz - Stromtod

Wie der Titel schon sagt, alles über alle möglichen Vogelarten und Tiere allgemein!

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Angie
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Vogelschutz - Stromtod

Beitrag von Angie » 31.03.2008, 18:47


Angie
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Vogelschutz - Stromtod

Beitrag von Angie » 06.09.2008, 16:34

Schon 2005 hat Erika in "Wissenswertes" dieses Thema hier im Forum bearbeitet:


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Der letzte Eintrag endete damit, dass man versucht, den ausgebliebenen Altstorch zu finden. Man sucht ihn im Nahrungsumfeld des Storchenpaares
- etwa 3 bis 5 km rund um den Horst, und da zunächst unter oder in der Nähe einer elektrischen Leitung. Denn:
Etwa 60% aller Unfälle geschehen im Zusammenhang mit E-Leitungen!

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In Deutschland haben wir es hauptsächlich mit 2 Leitungstypen zu tun: Der "Stützerbauweise" (oberhalb der Traverse geführte Leiterseile, der Storch
steht also zwischen den Leiterseilen und ist damit extrem gefährdet)

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Die Störche benutzen die Traverse als Sitzplatz und berühren beim Abflug 2 Leiterseile, lösen damit bei der spannungsführenden Leitung den Stromfluss aus. Sie können mit dem Leben davonkommen: Sie fliegen "schräg" an und ab, "tippen" daher im günstigen Fall nur ganz kurz beide Leiterseile an. Aber dieser Stromschlag reicht aus, um aus der Schrecksituation heraus abzustürzen. Die Folge ist Flügel- und Ständerbruch, was mehr oder weniger stark blutende Verletzungen zur Folge hat.

Der Storch hat sehr viel Glück, wenn er schnell gefunden wird, denn die Vegetation ist oft hoch, Fliegen sind sofort zur Stelle, legen ihre Eier ab, und der Fuchs ist auch auf Beutezug. Gefährdet sind aber die Störche schon, wenn sie unter einer E-Leitung Futter suchen und durch irgendetwas erschreckt werden: Dann fliegen sie in die Leitung - ja, weil man ihnen nicht beibringen kann, dass sie gucken sollten, was da über ihnen ist! Meistens ist das tödlich, denn in den Leitungen wird 15000 bis 20000 Volt Spannung transportiert (Mittelspannungsleitung) und der entstehende Strom (Folge kann ein sichtbarer Lichtbogen sein) ist so hoch, dass der Storch manchmal sogar verkohlt in der Leitung hängen bleibt. Der 2. Leitertyp, wo die Leiterseile unter der Traverse geführt hängen,
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ist für diesen Fall sehr gefährlich, während er die auf der Traverse stehenden Störche nicht unmittelbar gefährdet.

Um sich mal ein Bild vom Durchmesser der Kabel machen zu können:
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Vorbeugen ist besser als heilen! Deshalb war es dem Storchenhof sehr wichtig, Schutzmassnahmen zu treffen, wo es denn geht! Das ist bei der "Stützerbauweise" der Fall, und zwar werden Die Leiterseile im Mastbereich (also auf der Traverse) mit Kunststoffhauben abgedeckt.
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Kunststoff leitet keinen Strom und ist zudem fast unvergänglich! Einen besseren dauerhaften Schutz gibt es z. Z. nicht! Dr. Kaatz sen. ist es zu danken, dass im Naturschutzgesetz nun steht: Die Energieversorgungsunternehmen bringen diese Hauben auf ihre Leitungen, wenn eine Gefährdung besteht.
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Dadurch wird die Unfallgefahr für die Störche durch Stromleitungen erheblich reduziert – das Berühren einer spannungsführenden Leitung durch den Storch, der auf der Traverse steht ist äußerst gering.

Aber auch das Heilen ist Aufgabe des Storchenhofes: Ist ein Flügel oder ein Ständer gebrochen, wird die Tierklinik in Magdeburg eingeschaltet. Es muss dann meistens operiert werden, die Brüche werden "genagelt", wie beim Menschen wird der Knochen mit Metall zusammengehalten.
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Das "prominenteste" Beispiel ist der Brutstorch vom Haupthorst unser "Staksi",
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der nun schon 9 Jahre mit einem Nagel im Ständer lebt
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und in diesem Jahr seine 6. Brut erfolgreich großgezogen hat!!

Insgesamt sind aber etwa 1 Dtzd. Störche mit Ständerbrüchen wieder in der freien Wildbahn. Leider hören wir nicht oft wieder etwas von solchen Pflegetieren, aber das heißt absolut nicht, daß es sie nicht mehr gibt! Flügelbrüche sind viel problematischer, denn der Storch bekommt ein aerodynamisches Problem, wenn der Bruch nicht so gut verheilt, die Art des Bruches ist hier ganz entscheidend.

Nun, wir versuchen es immer wieder zu helfen, und die Erfolge wie bei "Staksi" geben uns Recht!

Angie
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Vogelschutz - Stromtod

Beitrag von Angie » 19.09.2008, 19:35

Aus dem Hancock Forum habe ich folgenden Link entnommen

http://www.mekshat.com/vb/showthread.php?t=151775

Google-Übersetzung: http://tinyurl.com/4vvlpy

Hier werden schreckliche Bilder von 150 Störchen gezeigt, die in Süd-Jeddah (Dschidda - s.Wikipedia) an den Stromleitungen verendet sind :(

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Vogelschutz - Stromtod

Beitrag von Angie » 21.09.2008, 16:05

Hier ist noch eine Seite von BirdLife zu dem Thema Migrating Soaring Birds in the Middle East and North Africa

englisch: http://www.birdlife.org/action/ground/s ... index.html

Google-Übersetzung: http://tinyurl.com/3g3o9q

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Vogelschutz - Stromtod

Beitrag von Angie » 15.10.2008, 23:22

Martin Grund hat auf seiner HP am 08.10.08 das Thema "Stromleitungs-Massaker" in Arabien ebenfalls aufgenommen.
Heute ist folgender Eintrag dazugekommen:

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Dr. Haas schreibt: bitte hier weiterlesen


Buchempfehlung "Stromtod von Vögeln"
Hauptverfasser: Dieter Haas und Bernd Schürenberg

NABU-Seite: BAG-Stromtod

Hier kann das Buch bestellt werden:
http://www.birdsandpowerlines.org/

Quelle: http://pfalzstorch.blogspot.com/

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Re: Vogelschutz - Stromtod

Beitrag von Angie » 16.10.2008, 22:52



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Re: Zeitungsartikel und dergleichen

Beitrag von lukasius » 27.11.2008, 23:06

Kölnische Rundschau
26.11.08

Uhu stirbt an einem Metternicher Strommast

http://www.rundschau-online.de/html/art ... 6160.shtml

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Re: Zeitungsartikel und dergleichen

Beitrag von Angie » 28.11.2008, 01:03

Danke für den Hinweis lukasius. Ich hätte es vergessen, denn ich hab das auch gelesen und gleich auf die uns bekannte Seite
(hier haben wir die Webcam geschaut) geklickt:

http://egeeulen.de/inhalt/nachrichten.php

"Strafanzeige gegen RWE"
Auszug: ...Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) und das Bonner Komitee gegen den Vogelmord gehen davon aus, dass der seltene Vogel sterben musste, weil der Stromkonzern RWE beim Bau des Mastes gegen Naturschutzbestimmungen verstoßen hat. "Dieser Mast ist illegal errichtet worden. Wir haben deshalb am Montag Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bonn erstattet", so Komiteepräsident Heinz Schwarze.


Und hier der Artikel auf der HP von "Komitee gegen den Vogelmord": http://www.komitee.de/index.php?stromtod

Lest mal bitte die Strafanzeige (ganz unten als pdf-Datei). Darin steht u. a.:

Das Tier wurde von Herrn Brücher geborgen und befindet
sich zur Zeit in einer Kühltruhe der EGE. Es handelt sich um ein als Jungvogel im
Jahr 2007 in der Eifel beringtes Weibchen.

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Re: VOGELSCHUTZ - STROMTOD

Beitrag von lukasius » 28.11.2008, 18:32

Gefällt mir gut der Text. Hoffentlich bewirkt er auch was!

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