Andere Vogelarten mit Sender!

Wie der Titel schon sagt, alles über alle möglichen Vogelarten und Tiere allgemein!

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Sabine
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Andere Vogelarten mit Sender!

Beitrag von Sabine » 22.09.2005, 10:20

„Marion“ und „Beatriz“ auf der Spur
Vogelzugforschung per Satellit / Neue zwölf Gramm leichte Sender

20. September 2005: Dank neu entwickelter Technik wurden in diesem Sommer erstmals zwei Wiesenweihen-Weibchen mit Satellitensendern ausgerüstet. Die genauen Zugwege und Winterquartiere der Wiesenweihe – Brutbestand in Deutschland 300 Paare – sind immer noch unbekannt. Zur Überraschung der Vogelforscher flogen die beiden niederländischen Weihen denn auch erst einmal nach Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, bevor sie sich auf den Weg nach Afrika machten. Im Internet kann man die Wege von „Marion“ und „Beatriz“ verfolgen.

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Die Wiesenweihe zählt zu den elegantesten Flugkünstlern an unserem Himmel. Durch die fortschreitende Zerstörung ihres ursprünglichen Lebensraumes und die Intensivierung der Landwirtschaft kam es im vergangenen Jahrhundert europaweit zu einem starken Bestandsrückgang. In Deutschland brüten noch 300 Paare.

Früher nisteten Wiesenweihen vorwiegend in weitläufigen Moor- und Heidegebieten, heute nutzen sie in Mitteleuropa fast ausschließlich Felder mit Wintergetreide. Gerade darin liegt eine große Gefahr, denn in der Regel beginnt die Getreideernte bevor die Jungen flügge sind, viele Jungvögel fallen Mähdreschen zum Opfer. Um dies zu verhindern, wurden in verschiedenen europäischen Ländern in Kooperation mit den Landwirten umfangreiche Schutzprojekte initiiert.

Rätsel um genaue Zugwege und Winterquartiere der Wiesenweihen
Um eine ziehende Vogelart effektiv schützen zu können, reicht es aber nicht aus, nur ihre Brutgebiete zu schützen. Über ein halbes Jahr verbringen nämlich Wiesenweihen südlich der Sahara in ihren west- und zentralafrikanischen Winterquartieren. Wo diese jedoch genau liegen und auf welchen Zugwegen gezogen wird ist weitgehend unbekannt. Vermutet wird, dass nordwesteuropäische Brutvögel über Spanien und Gibraltar nach Westafrika ziehen, und von dort, großen Heuschreckenschwärmen folgend, weiter nach Zentralafrika. Im zeitigen Frühjahr könnten sie über Tunesien und Italien nach Nordwesteuropa zurückkehren. Dies ist aber weitgehend Spekulation.

Ein Durchbruch gelingt jetzt mit Hilfe der Satelliten-Telemetrie. Dazu werden Vögel mit einem Sender bestückt und über Satellit kann die Position des Vogels ermittelt werden. Bisher konnten so nur vergleichsweise große Vogelarten wie Störche, Gänse und Schwäne markiert werden. Seit Frühjahr dieses Jahres sind nun zwölf Gramm leichte Satelliten-Sender erhältlich, die es ermöglichen die Zugrouten auch deutlich kleinerer Vogelarten, so auch der Wiesenweihe, via Satellit sehr detailliert zu verfolgen.

Niederländische Weihen zogen zunächst nach Osten
Im Rahmen eines internationalen Kooperationsprojektes zwischen der niederländischen Wiesenweihen-Arbeitsgruppe, der Universität Groningen und dem Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ in Wilhelmshaven wurden nun erstmals Mitte Juli 2005 zwei in den Niederlanden brütende Wiesenweihen-Weibchen – Marion und Beatriz – mit Satellitensendern markiert. Bereits die ersten Wochen lieferten äußerst spannende Ergebnisse. Die beiden Weibchen verließen ihr Brutgebiet Mitte August, aber nicht gen Süden, sie brachen vielmehr zunächst gen Osten auf, nach Ostniedersachsen beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern.

Mittlerweile sind beide Vögel in Nordafrika angekommen. Beatriz ist über Frankreich und Spanien nach Marokko gezogen. Marion wählte hingegen eine Route über Italien nach Algerien, sie verweilt derzeit in Zentralniger. Etwa alle drei Tage liefern die Sender via Satellit neue Standortkoordinaten. Wenn keine technischen Probleme auftreten, sollten die Sender über drei Jahre Informationen über die Zugrouten und Aufenthaltsgebiete liefern. Die Wege der beiden Vögel können im Internet verfolgt werden.

Textgrundlage: Pressemitteilung des Instituts für Vogelforschung vom 20. September 2005. Kontakt: Vogelwarte Helgoland, An der Vogelwarte 21, 26386 Wilhelmshaven, Tel 0 44 21-96 89 15, Fax 0 44 21-96 89 55, michael.exo@ifv.terramare.de.
Weitere Informationen

Den Link Satellite tracking andrücken und dann kann man unter Results Marion und Results Beatriz die Karten sehen, wo die Beiden gerade sind und wie sie geflogen sind!

Viele Grüße

Sabine
Viele Grüße von

Sabine

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Fred
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Besenderte Rotmilane und Uhus

Beitrag von Fred » 08.05.2006, 12:56

Sälü Sabine
Das Fehlen von Antworten auf Deine umfassendenen Informationen über Wiesenweihen deutet an, dass die Loburger Freunde etwas einseitig auf Störche fixiert sind. Das ist einerseits verständlich, andererseits aber auch schade, denn es gibt nebst den Störchen viele weitere Zugvögel, die ebenso unser Interesse verdienen. Ganz abgesehen von anderen Tierarten mit einem ausgeprägten Wandertrieb, z.B. Meeresschildkröten oder Monarchfaltern.
Die vom Naturhistorischen Museum in Fribourg/CH betreuten Störche Max und Uli sind den Loburgern bestens bekannt (http://www.storchenhof-loburg.info/foru ... =8170#8170). Dieses sehr lebendige Museum verfolgt jedoch auch die Wanderungen von anderen Vögeln. In den Jahren 2004 und 2005 geschlüpfte Rotmilane sind mit Sendern ausgerüstet worden. Die Ortungen zeigen ein unterschiedliches Zugverhalten der einzelnen Vögel auf:
Pilar trotzt unserem kalten Winter. Sie hält sich momentan im Südschwarzwald auf, nachdem sie sich vorher nur in der West- und Nordschweiz herumgetrieben hat. Ist das Standorttreue, Faulheit oder gar Patriotismus ?
Im Gegensatz dazu wandern andere Rotmilane im Herbst stets in den wärmeren Südwesten, d.h. bis zu den Pyrenäen oder nach Nordspanien. Oscar benimmt sich sehr aussergewöhnlich, denn er hat in beiden Wintern die Reise vom Winterquartier in die Schweiz zweimal pro Jahr unternommen ! Rossy sorgt ebenfalls für Überraschungen, denn mit einem Flug weit über 300 km hat er die längste je für einen besenderten Rotmilan gemessene Tagesetappe zurückgelegt.
In Zusammenarbeit mit der Universität Bern werden seit 2002 junge Uhus mit Radio- oder Satellitensendern versehen. Mit dieser Studie will man herausfinden, welchen Risiken sie besonders ausgesetzt sind, welches die wichtigsten Todesursachen sind und wo sich Jungvögel ansiedeln. Im Gegensatz zu den Störchen legen die Uhus nicht weite Strecken zurück und verbringen die kalte Jahreszeit in unseren Breitengraden. Auch sie sind mancherlei Gefahren ausgesetzt: Von 18 in den Jahren 2002 und 2003 besenderten Jungvögeln sind bisher 14 umgekommen, zwei sind in Italien verschollen und lediglich zwei leben noch !
Siehe http://www.fr.ch/mhn/de/ für Details über diese Projekte.
Herzlich grüsst
Fred

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Pitti
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Beitrag von Pitti » 08.05.2006, 17:55

Hallo Fred,
mit dem Hinweis auf Rotmilane hast du einen ganz dicken Pluspunkt von mir gut! Ich finde sie so wundervoll. Der angebliche brandenburger rote Adler ist ja eigentlich ein Rotmilan. Inzwischen habe ich hier in Brandenburg und auch in Sachsen-Anhalt, zumindest zwischen Loburg und Magdeburg den Eindruck gewonnen, dass hier jedes Dorf seinen Dorfmilan hat. Ihr Verhalten ist faszinierend. Sie gehen dermaßen weit runter, dass man sie wunderbar beobachten kann.auch bin ich der Meinung, dass ihre Zahl in den letzten paar Jahren enorm angestiegen ist. Nun gibst du mir auch noch diese Seite zum lesen und verfolgen. Danke! ich werde weißstorchrotmilansüchtig ;-)
Ich kenne ein Schwarzmilan-Pärchen. Bin auf den Nachwuchs gespannt. Gebrütet wird schon fleißig.

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Pitti
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Re: Andere Vogelarten mit Sender!

Beitrag von Pitti » 05.09.2007, 21:19

Falkenraubmöwen
http://www.fr.ch/mhn/labbes/deplacement.htm

Uhu
http://www.fr.ch/mhn/bubo/default.htm

Musée d'histoire naturelle Fribourg - sie haben viele Projekte in der Art.... Klasse!

nochmal Rotmilan:
Ich zitiere:

"Freiburg, 3. September 2007
Neues von den besenderten Rotmilanen

Oscar, ein besenderter Rotmilan, der heuer als 3-jähriger zum ersten Mal zur Brut schritt, hat unweit von Moudon (VD), etwa 17 km von seinem Geburtsort entfernt, erfolgreich mindestens einen Jungvogel aufgezogen. Inzwischen ist sein Nachwuchs unabhängig geworden. Oscar blieb aber bisher in der weiteren Umgebung des Brutplatzes. In den vorausgegangenen Jahren begann er den Herbstzug jeweils zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Wird er wiederum am Nordrand der Pyrenäen überwintern und nächstes Jahr an denselben Brutplatz zurückkehren?

Der zweijährige Rotmilan Rossy brütete noch nicht. Er verbrachte den ganzen Sommer in der Umgebung des Greyerzersees.

Julie lebt noch, doch sind die Signale ihres Senders für eine Ortung zu schwach. Wir hoffen, dass sie wenigstens in ihrem Winterquartier wieder lokalisiert werden kann.

Ein weiterer Jungvogel wurde im Juni 2007 bei Hochfelden (ZH) in Zusammenarbeit mit dem SVS-Naturschutzzentrum Neeracher Ried (http://www.birdlife.ch/d/zentren_neeri.html) besendert. Er wurde um den 10. Juli herum unabhängig und fliegt seither herum. Mehrmals wurde er an der Grenze zu Deutschland geortet. Auch er hat seine erste Wanderung ins Überwinterungsgebiet noch nicht begonnen.
http://www.fr.ch/mhn/news/octobre_2006/ ... _milan.asp

Seltsam, ich habe wieder Zeit dafür ;-)

Angie
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Re: Andere Vogelarten mit Sender!

Beitrag von Angie » 24.09.2007, 12:15

Freiburg, 19. September 2007

Die Rotmilane haben ihre Reise noch nicht begonnen

Neu: Wanderungen 2007

Oscar blieb bis anhin in der weiteren Umgebung von Moudon (VD), wo er seine Junge aufzog.

Auch Rossy hat ihre Herbstwanderung noch nicht begonnen und hält sich rund um den Greyerzersee auf.

Julie dürfte ebenfalls noch im Kanton Freiburg weilen, wird aber nur unregelmässig geortet.


http://www.fr.ch/mhn/de/milan/default.htm

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Re: Andere Vogelarten mit Sender!

Beitrag von Angie » 11.11.2007, 23:03

Mit Hightech den Gänsen auf der Spur

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Gänseüberwachung aus dem All

Weitwandernde Vogelarten nutzen eine Vielzahl von Rastgebieten, um aus den Brutgebieten in die Winterquartiere und zurück zugelangen. Wo diese konkret liegen, in welcher Abfolge und über welche Zeiträume sie genutzt werden, ist bis heute unbekannt. Unsere bisherigen Forschungen, bei der wir vor allen Dingen Gänse mit ablesbaren Halsmanschetten markiert haben, stößt dort an Grenzen, wo es kaum noch Menschen gibt, die uns von den markierten Vögeln berichten können.
So blieben bislang die Rastgebiete im Norden Russlands für uns unbekannte Gebiete, über die wir nur in seltenen Fällen Informationen bekamen. Bei unserer Erforschung des Zugwegesystem der Blessgänse war es für uns daher eine großartige Hilfe, als das Vogelschutz-Komitee e.V. im Herbst 2005 anbot, den Einsatz von Satellitensendern finanziell zu fördern.
Zunächst konnten im Rahmen dieser Vorstudie fünf Sender gekauft und auf die Reise geschickt werden. Es wurden in dieser ersten Phase wichtige Erfahrungen im Umgang mit den Sendern gesammelt, eine Internetpräsentation geschaffen, die es jedermann ermöglicht, quasi sofort die empfangenen Daten zu sehen und erstaunliche Daten über die Zugwege von immerhin drei Individuen gesammelt. Da die Blessgänse offenbar ein hochkomplexes Zugwegesystem nutzen, sollen die Forschungsarbeiten in den kommenden Wintern mit weiteren Sendern fortgesetzt werden.


Hier gehts weiter:
http://www.blessgans.de/index.php?id=112

Zur interaktiven Flash-Karte: http://www.blessgans.de/?id=146

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Re: Andere Vogelarten mit Sender!

Beitrag von Angie » 11.11.2007, 23:14

Andere Satellitentelemetrieprojekte

Hellbäuchige Ringelgänse auf ihrem Weg nach Grönland 2006 hier

Amerikanisches Ringelgansprojekt hier (offline)

Besenderte Kurzschnabelgänse aus Spitzbergen hier

WWT besenderte Ringelgänse aus Irland hier (page not found)

Zwerggans von Norwegen 1994-1998 hier

Hellbäuchige Ringelgans von Grönland und Spitzbergen nach Dänemark hier

Besenderte Zwerggänse von Sibirien in den Irak 2004 hier

Angie
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KRANICHE mit Sender

Beitrag von Angie » 27.11.2007, 13:49

Neuigkeiten von Joschka:

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http://www.kraniche.de/Kranichzug/Schro ... chka.shtml

Auszug:

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist Joschka wieder solo. Bei seiner letzten Sichtung am 12.10.07 suchte er allein, etwas abseits der anderen Kraniche, auf einem abgeernteten Maisfeld nach Ernterückständen. Er hielt sich in der Nähe von Barth auf (Krs. NVP) und verbringt die Nacht daher vermutlich auf der Insel Kirr.

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KRANICHE mit Sender

Beitrag von Angie » 27.11.2007, 13:52

Neuigkeiten von Filippo:

Bild

http://www.kraniche.de/Kranichzug/Filippo.shtml


Auszug:

Der "schönste" Kranich wurde in der Nähe von Marlow in einem Getreidefeld gefangen. Filippo ein sehr gut gewachsener, hochbeiniger Jungkranich wurde am 01.07.04 als Einzelkind gefangen. Während des morgendlichen Frühstücks auf einer Wiese erfolgte der Zugriff. Filippo versuchte noch durch ein Weizenfeld zu entkommen, konnte die Fänger aber nicht abschütteln. Damals wog er schon über 4100g und bekam neben einem Sender die Kombination blau-schwarz-blau/gelb-rot-grün

...

Auch im Sommer 2007 gelangen keine Beobachtungen von Filippo. Nun im Herbst wurde er wieder in Nordvorpommern entdeckt. Am 07.09.07 nutzte er gemeinsam mit einer Partnerin den Schlafplatz bei Trinwillershagen und war 15.09.07 bei Hessenburg (NVP) auf einem Getreidestoppelfeld.

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KRANICHE mit Sender

Beitrag von Angie » 27.11.2007, 13:57

Neuigkeiten von Nordlys:

Bild

http://www.kraniche.de/Kranichzug/Nordlys.shtml


Auszug:

Nordlys ist seit langer Zeit ein Brutvogel bei Eixen im Landkreis Nordvorpommern. Seit dem Jahr 2000 wird dort regelmäßig der Nachwuchs gefangen, bisher waren es insgesamt 5 Jungvögel. Am 3. Juli konnte nicht nur sein Nachwuchs, sondern auch der mausernde Nordlys im Feuchtgebiet gefangen werden. Neben blau-schwarz-blau als Landesfarben wurden die Kombinationen gelb-weiß-grün für den Altvogel und weiß-schwarz-grün für das Jungtier vergeben. Zusätzlich erhielt der "Alte" einen Sender.

...

Wieder Anfang März (04.03.07) hatte Nordlys ihr Brutgebiet bei Eixen schon erreicht. Leider mussten wir feststellen, dass Nordlys auch in diesem Jahr von einem anderen Paar aus den traditionellen Brutplatz verdrängt wurde und so auch in diesem Jahr nicht zur Brut schritt.

Nach der erneut erfolglosen Brutsaison 2007 hat sich Nordlys zum 19.08.07 am Sammelplatz in der Vorpommernschen Boddenlandschaft eingefunden. Die vorerst letzte Sichtung gelang am 25.08.07 bei Günz.

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