Gedichte / Lieder

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Jade
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Beitrag von Jade » 13.04.2007, 17:55

Die glückliche und gesunde Heimkehr der tapferen kleinen Annamarie am heutigen Freitag, den 13. hat mich spontan zu einigen Versen inspiriert.

Ich habe ihre Reise mit Spannung verfolgt und meine Freude war grenzenlos, als ich heute die Nachricht von ihrer Heimkehr samt Partner lesen durfte. :)

Annamarie

Aus Afrikas heißer Sonnenglut
der Wind dich trägt… die Heimat ruft!

Dein Herz eilt voraus, die Sehnsucht dich treibt,
du kennst keine Grenzen, dein Himmel ist weit!

Wir schau`n in die Ferne, wir hoffen auf dich
mit bangendem Herzen, doch das weißt du nicht.

Groß ist die Freude, wenn du endlich einfliegst,
majestätisch und kraftvoll im Nordwind dich wiegst.

Wenn der Sommer sich neigt, sagst du wieder: „Ade“!
Dein Afrika ruft und auch das ist Heimweh!

Wir wink en dir nach, solang wir dich seh`n
und hoffen im Frühling auf ein Wiederseh`n!

© H. ten Eikelder
Denken ist die Zauberei des Geistes

Lord Byron

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Pitti
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Beitrag von Pitti » 18.04.2007, 18:11

Diese Mail erhielt ich gerade von meinen Eltern :-)
Das kann ich euch nicht vorenthalten
:oops: :roll: :lol:



Hallo, Petra und Holger! Jetzt grüßt Euch Mutti. Sie hat herausgefunden, dass der olle Goethe auch Ahnung von Störchen hatte. Deshalb hat er folgendes Gedicht geschrieben:

Beruf des Storchs

Der Storch, der sich von Frosch und Wurm
An unserem Teich ernähret,
Was nistet er auf dem Kirchenturm,
Wo er nicht hingehöret?

Dort klappt und klappert er genug,
Verdrießlich anzuhören;
Doch wagt es weder alt noch jung,
Ihm in das Nest zu stören.

Wodurch – gesagt mit Reverenz –
Kann er sein Recht beweisen?
Als durch die löbliche Tendenz,
Aufs Kirchendach zu ....?




Mit besten Grüssen .....

+++hihi, ist das nicht herrlich?
und, vor allem, meine Eltern sind infiziert, vom Storchenvirus :-)

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Helle
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Beitrag von Helle » 18.04.2007, 19:18

Jade, das sind richtig ans Herz gehende Zeilen, vielen lieben Dank dafür.

Pitti, dass deine Eltern so infiziert sind, hätte ich nicht gedacht :) Toll!
Viele Grüße

Helle

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Auch Mist kann Wachstum fördern
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Kathrin
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Lieder

Beitrag von Kathrin » 21.07.2009, 19:40

Ein Lied für den Storch

Heute beim Stöbern im Internet entdeckt: Ein Lied für den Storch
NABU und der Liedermacher und Moderator Rüdiger Wolff haben ein Lied für und über den Weißstorch mit dem Titel "Segeln mit dem Wind" herausgebracht. (schon im Jahr 2004)

"Ein Lied für den Storch" - im Wahrsten Sinne des Wortes, denn mit dem gesamten Verkaufserlös wird der NABU Storchenschutz in Hamburg unterstützt! Der Musiker und die Band haben auf ihre Gage verzichtet. Das ist doch wirklich einzigartig!
... und das Lied erst! Also mir gefällt es sehr sehr gut!
http://hamburg.nabu.de/tiereundpflanzen ... 05287.html

direkt über dem Text ist das gesamte Lied zum Anhören.

Die CD kostet 5,- Euro und ist im NABU-Infozentrum in Hamburg-Eimsbüttel erhältlich. Nur wie komme ich dorthin :? ?
Im Online Shop habe ich sie leider nicht gefunden. :(
Gruß
Kathrin

Kathrin
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Re: Gedichte

Beitrag von Kathrin » 10.11.2010, 20:16

Der Storch als Vorbild für die Fliegekunst

Otto Lilienthal (1848 - 1896), deutscher Pionier der Luftfahrt, schrieb in "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst":

"Alljährlich, wenn der Frühling kommt und die Luft sich wieder bevölkert mit unzähligen frohen Geschöpfen, wenn die Störche zu ihren alten nordischen

Wohnsitzen zurückgekehrt, ihren stattlichen Flugapparat, der sie schon viele Tausende von Meilen weit getragen, zusammenfalten, den Kopf auf den Rücken legen und durch ein Freudengeklapper ihre Ankunft anzeigen... dann ergreift auch den Menschen eine gewisse Sehnsucht, sich hinaufzuschwingen, und frei wie der Vogel über lachende Gefilde, schattige Wälder und spiegelnde Seen dahinzugleiten und die Landschaft so voll und ganz zu genießen, wie es sonst nur der Vogel vermag. Wer hätte wenigstens um diese Zeit niemals bedauert, daß der Mensch bis jetzt der Kunst des freien Fliegens entbehren muß und nicht auchwie der Vogel wirkungsvoll seine Schwingen entfalten kann, um seiner Wanderlust den höchsten Ausdruck zu verleihen?

Sollen wir denn diese Kunst immer noch nicht die unsere nennen und nur begeistert aufschauen zu niederenWesen, die dort oben im blauen Äther ihre schönenKreise ziehen?

Die Beobachtung der Natur ist es, welche immer und immer wieder dem Gedanken Nahrung giebt. Es kann und darf die Fliegerkunst nicht für ewig dem Menschen versagt sein" ...

Otto Lilienthal und sein Bruder Gustav hegten schon in frühesterJugend den Wunsch zu fliegen. Mit 13 und 14 Jahren starteten sie die ersten Flugversuche, wobei der Storch in ihren Überlegungen und Versuchen eine bedeutende Rolle spielte.

"Wir können dieses Thema nun nicht verlassen, ohne noch einmal auf einen Vogel zurückzukommen, welcher gleichsam zum Fliegervorbilde für den Menschen geschaffen zu sein scheint, welcher als einer der größten Vögel unseres Erdteiles auch alle Künste des Fliegens versteht, ein Vogel, den wir in seinem Naturzustande in der vollen Freiheit seiner Bewegungen beobachten können, wie keinen anderen.

Ich meine den Storch, der alljährlich in unsere Ebenen aus seiner, tief im Innern Afrikas gelegenen, zweiten Heimat zurückkehrt, der auf unseren Häusern geboren wird, auf

unseren Dächern seine Jugendtage verlebt und über unseren Häuptern von seinen Eltern im Fliegen unterrichtet wird.

Fast möchte man dem Eindrucke Raum geben, als sei der Storch eigens dazu geschaffen, um in uns Menschen die Sehnsucht zu Fliegen anzuregen und uns als Lehrmeister in dieser Kunst zu dienen; fast hört man's, als rief er die Mahnung uns zu:

O, sieh', welche Wonne hier oben uns blüht,
wenn kreisend wir schweben im blauen Zenith,
und unter uns dehnt sich gebreitet
die herrliche, sonnenbeschienene Welt,
umspannt vom erhabenen Himmelsgezelt,
an dem nur Dein Blick uns begleitet!
Uns trägt das Gefieder; gehoben vom Wind
die breiten, gewölbten Fittige sind;
Der Flug macht uns keine Beschwerde;
Kein Flügelschlag stört die erhabene Ruh'.
O, Mensch, dort im Staube, wann fliegest auch Du?
Wann löst sich Dein Fuß von der Erde?
Und senkt sich der Abend, und ruhet die Luft,
dann steigen wir nieder im goldigen Duft,
verlassen die einsame Höhe.
Dann trägt uns der Flügelschlag ruhig und leicht
dem Dorfe zu, ehe die Sonne erweicht;
dann suchen wir auf Deine Nähe.
So siehst Du im niederigen Fluge uns ziehn
im Abendrot über die Gärten dahin.
Zum Neste kehren wir wieder.
Auf heimischem Dache dann schlummern wir ein,
und träumen von Wind und von Sonnenschein,
und ruh'n die befiederten Glieder.
Doch treibt Dich die Sehnsucht, im Fluge uns gleich
dahinzuschweben im Lüftebereich
die Wonnen des Flug's zu genießen,
so sieh' unsern Flügelbau, miß unsre Kraft,
uns such' aus dem Luftdruck, der Hebung uns schafft,
auf Wirkung der Flügel zu schließen.
Dann forsche, was und zu tragen vermag
bei unserer Fittige mäßigem Schlag,
bei Ausdauer unseres Zuges!
Was uns eine gütige Schöpfung verlieh'n,
draus mögest Du richtige Schlüsse dann zieh'n,
und lösen die Rätsel des Fluges
Die Macht des Verstandes, o wend' sie nur an,
es darf Dich nicht hindern ein ewiger Bann,
sie wird auch im Fluge Dich tragen!
Es kann Deines Schöpfers Wille nicht sein,
Dich, Ersten der Schöpfung, dem Staube zu weih'n,
Dir ewig den Fluf zu versagen!

Otto Lilienthal (1848 - 1896)
Gruß
Kathrin

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Joachim E.
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Re: Gedichte

Beitrag von Joachim E. » 10.11.2010, 21:35

Ein wunderschönes Gedicht und eine herrliche Erinnerung. Dankeschön!

Viele andere Menschen haben vor ihm den Traum vom Fliegen geträumt. Auch an Flugmaschinen wurde schon viele Jahre erfolglos getüftelt.

Lilienthal war ein außergewöhnlich guter Beobachter, und seine Liebe zu den Störchen seiner Heimat, zu den besten Segelfliegern der Vogelwelt, brachte ihn zur DER bahnbrechenden Entdeckung, dass an einer gewölbten Fläche Auftrieb entsteht, wenn sie von der Luft umströmt wird.
Als erster hat er dieses Grundprinzip erkannt und im oben genannten Buch beschrieben.
Er war nicht nur ein Träumer, sondern auch ein ausgezeichneter Maschinenbau-Ingenieur, hatte zur Zeit seiner ersten erfolgreichen Flugversuche bereits mehrere international anerkannte Patente.

Und er war ein guter Sportler, der die von ihm entworfenen Gleiter auch selber fliegen konnte.
Wie bahnbrechend seine Entdeckung war, läßt sich an der rasenden Entwicklung der Luftfahrt ablesen.

Eine schöne Ausstellung über sein Lebenswerk gibt es am Gollenberg bei Stölln im Havelland, dem "Fliegeberg", wo Lilienthal tödlich verunglückte.

Dort steht eine Iljuschin Verkehrsmaschine der Interflug, die in den letzten Tagen vor dem Mauerfall dort landete und nun als Museum dient.

Hier ein Link zum Museum, einfach mal als Reisetip.
Unbedingt sehenswert ist der Video-Film über die waghalsige Überführung der Maschine, die eigentlich 2500 m Betonpiste benötigt und hier auf 900 m Graslandebahn eine perfekte Punktlandung zeigt.

http://www.otto-lilienthal.de/ausstellung

Joachim & Röslein

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Pitti
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Re: Gedichte

Beitrag von Pitti » 01.01.2011, 17:30

Johann Wolfgang von Goethe

Beruf des Storchs

Der Storch, der sich von Frosch und Wurm

An unserm Teiche nähret,

Was nistet er auf dem Kirchenturm,

Wo er nicht hingehöret?



Dort klappt und klappert er genug,

Verdrießlich anzuhören;

Doch wagt es weder Alt noch Jung,

Ihm in das Nest zu stören.



Wodurch - gesagt mit Reverenz -

Kann er sein Recht beweisen?

Als durch die löbliche Tendenz

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Re: Gedichte

Beitrag von Helle » 01.01.2011, 18:06

Herrlich! Das Gedicht kannte ich noch nicht. :lol:
Viele Grüße

Helle

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Re: Gedichte

Beitrag von Pitti » 01.01.2011, 18:51

vorhin kam auf NDR "die beliebtesten Tiere Norddeutschlands" Zu jedem Tier, fast zu jedem tier wurde ein Gedicht verlesen. Da war es dabei :-) Der Storch war das 9. beliebteste.
Das Gedicht kannte ich auch nicht. Was der Goethe so drauf hatte ;-)
Schnell gegoogelt und gefunden

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regina_garbe
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Re: Gedichte

Beitrag von regina_garbe » 18.08.2012, 18:37

Eines meiner Lieblingsgedichte:

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Johann Wolfgang von Goethe
(1813)
W:O:A 2016 8++)

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