Die Netiquette! Aus der Benimmschule

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Die Netiquette! Aus der Benimmschule

Beitrag von Admin » 23.07.2004, 21:19

1. Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!
Die meisten Leute denken in dem Augenblick, wo sie ihre Beiträge und Mails verfassen, leider nicht daran, dass die Nachrichten nicht ausschließlich von Computern gelesen werden, sondern auch von (anderen?) Lebewesen, in erster Linie von Menschen.
Je nach Distribution kann Ihre Nachricht/Beitrag von Leuten auf der ganzen Welt gelesen werden. Denken Sie stets daran und lassen Sie sich nicht zu verbalen Ausbrüchen hinreißen. Bedenken Sie: Je ausfallender und unhöflicher Sie sich gebärden, desto weniger Leute sind bereit, Ihnen zu helfen, wenn Sie einmal etwas brauchen.
Eine einfache Faustregel: Schreibe nie etwas, was Du dem Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würdest.
2. Erst lesen, dann denken, dann noch mal lesen, dann noch mal denken und dann erst posten!
Die Gefahr von Missverständnissen ist bei einem geschriebenen, computerisierten Medium besonders hoch. Vergewissern Sie sich mehrmals, dass der Autor des Beitrags, auf den Sie antworten wollen, auch das gemeint hat, was Sie denken. Insbesondere sollten Sie darauf achten, ob nicht vielleicht Sarkasmus oder eine ähnliche Abart des Humors :-) benutzt wurde, ohne ihn mit dem Smiley - Symbol ":-)" zu kennzeichnen.
3. Fasse Dich kurz!
Niemand liest gerne Beiträge, die mehr als 50 Zeilen lang sind. Denken Sie daran, wenn Sie Beiträge verfassen. Nebenbei: Es empfiehlt sich, die Länge der eigenen Zeilen unter etwa 70 Zeichen zu halten.
4. Deine Beiträge sprechen für Dich. Sei stolz auf sie!
Die meisten Leute auf dem Netz kennen und beurteilen Sie nur über das, was Sie in Beiträgen oder Mails schreiben. Versuchen Sie daher, Ihre Beiträge leicht verständlich zu verfassen.
Ein Duden bzw. ein Wörterbuch neben dem Rechner mag manchem als Übertreibung erscheinen; in Anbetracht der Tatsache, dass viele Leser den Autor eines vor Fehlern beinahe unleserlichen Beitrag für einen (um es ganz deutlich zu sagen) Vollidioten halten, ist diese Investition vielleicht nicht ganz verfehlt. Dementsprechend sollten Sie auch nicht NUR mit unverständlichen Fachausdrücken um sich schmeissen, da dies unweigerlich nur zu neuen Fragestellungen führt!
Bedenken Sie, dass ihr Anliegen nicht rüberkommt, wenn es nicht einmal den elementaren Anforderungen an Stil, Form und Niveau genügt.
Bedenken Sie bitte auch: Vielleicht lesen Ihre zukünftigen Kollegen oder Ihr zukünftiger Chef mit. Vorurteile bilden sich leicht.
5. Nimm Dir Zeit, wenn Du einen Beitrag schreibst!
Einige Leute denken, es würde ausreichen, einen Beitrag in zwei Minuten in den Rechner zu hacken. Besonders im Hinblick auf die vorangegangenen Punkte ist das aber kaum möglich. Sie sollten sich Zeit nehmen, um einen Beitrag zu verfassen, der auch Ihren Ansprüchen genügt.
6. Vernachlässige nicht die Aufmachung Deines Beitrags!
Es ist natürlich nicht zwingend, einen Schreibmaschinenkurs mitgemacht zu haben, jedoch ist es ratsam, sich mit den wichtigsten der "Regeln für Maschinenschreiben" (z. B. DIN 5008) vertraut zu machen.
Darüber hinaus sollten Punkte und Kommas selbstverständlich sein; durch Groß- und Kleinschreibung wird der Text leserlicher. Absätze lockern den Text auf, wenn sie alle paar Zeilen eingeschoben werden.
7. Vorsicht mit Humor und Sarkasmus!
Achten Sie darauf, dass Sie Ihre sarkastisch gemeinten Bemerkungen so kennzeichnen, dass keine Missverständnisse provoziert werden. Bedenken Sie: In einem schriftlichen Medium kommt nur sehr wenig von Ihrer Mimik und Gestik rüber, die Sie bei persönlichen Gesprächen benützen würden.
Im Netz gibt es für diesen Zweck eine ganze Reihe von Symbolen; die gebräuchlichsten sind ":-)" und ":-(".
8. Kürze den Text, auf den Du Dich beziehst, auf das notwendige Minimum!
Es ist eine gute Angewohnheit, Texte, auf die man sich bezieht, wörtlich zu zitieren. Wenn Sie einen Followup-Beitrag schreiben, wird Ihnen der gesamte Text, auf den Sie sich beziehen, von Ihrem Programm zum Bearbeiten angeboten. Der Originaltext wird dabei im Allgemeinen
durch das Zeichen '>' eingerückt, um klar ersichtlich zu machen, dass es sich dabei um zitierten Text handelt.
Machen Sie es sich zur Angewohnheit, so viel Originaltext stehen zu lassen, dass dem Leser der Zusammenhang nicht verloren geht. Das ist a) wesentlich leichter zu lesen und zu verstehen und b) keine Verschwendung von Ressourcen.
Lassen Sie den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser Ihres Artikels hat den Beitrag, auf den Sie sich beziehen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr exakt in Erinnerung und hat ohne weitere Anhaltspunkte große Mühe, den Sinn Ihrer Ausführungen zu erkennen.
Achtung: Auch die Unterschrift oder die Signatur der Originalnachricht sollte nur dann zitiert werden, wenn darauf auch inhaltlich Bezug genommen wird. Wie die ebenso lästige Doppelsignatur ist dies ein Fehler, den der Betreffende selbst oft nicht bemerkt. Ein persönlicher Hinweis (bitte nur als Mail!) kann in beiden Fällen nicht schaden.
9. Benutze Mail oder PN, wo immer es geht!
Wenn Sie dem Autor eines Beitrags etwas mitteilen wollen, überlegen Sie sich bitte genau, ob dafür nicht eine simple Mail oder PN ausreicht.
Ein Beispiel: Spätestens dann, wenn hitzige Diskussionen schließlich in wüste Beschimpfungsorgien ausarten, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Diskussion niemanden außer den Streithähnen interessiert.
Generell gilt: Wenn Sie etwas mitteilen wollen, das auch viele andere Leute interessieren könnte, benutzen Sie die Foren. Anderenfalls ist eine Mail/PN sicherlich ausreichend.
10. Gib eine Sammlung Deiner Erkenntnisse ans Netz weiter!
Wenn Sie eine Frage an die Netzgemeinde gestellt haben, und darauf Antworten per Mail empfangen haben, welche evtl. auch andere Leute interessieren könnten, fassen Sie Ihre Ergebnisse (natürlich gekürzt) zusammen und lassen Sie damit auch das Netz von Ihrer Frage profitieren.
11. Achte auf die gesetzlichen Regelungen!
Es ist völlig legal, kurze Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Werken zu informationellen Zwecken zu posten. Was darüber hinausgeht, ist illegal. Zu den urheberrechtlich geschützten Werken gehören unter anderem Zeitungsartikel, Liedtexte, Programme, Bilder etc. Ebenfalls illegal ist es, mit Wort und/oder Bild zu Straftaten aufzurufen oder zumindest Anleitungen dafür zu liefern.
Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihrem Beitrag keine Gesetze brechen und bedenken Sie, dass sich evtl. jeder strafbar macht, der solche Informationen auf dem eigenen Rechner hält und anderen zugänglich macht.
12. Pseudonym!
In der Mailboxszene ist es ab und zu üblich, seine wahre Identität hinter einem Pseudonym zu verbergen. Pseudonyme ermöglichen es auch, Dinge zu sagen und zu tun, die man sich sonst nicht erlauben würde. Aufgrund der negativen Erfahrungen, die sehr viele Leute auf dem Netz mit den Trägern solcher Pseudonyme gemacht haben, und auch aus presserechtlichen Gründen sollten Sie Ihre Beiträge am Ende mit Ihrem wirklichen Namen versehen. Wenn Sie nicht vorhaben, Ihren Namen preiszugeben, vergessen Sie das Usenet (oder zumindest das Schreiben von Mails und PN`s) bitte schnell wieder.
13. Kommerzielles?
Ein gewisses Maß an kommerziellen Informationen wird auf dem Netz gerne toleriert, z.B. Adressen von Firmen, die ein bestimmtes Produkt anbieten, nachdem jemand danach gefragt hat. Als unverschämt wird dagegen die Verbreitung von reinen Werbeinformationen angesehen, insbesondere, wenn sie ein gewisses Volumen überschreiten. Bedenken Sie: Dies ist ein nichtkommerzielles Netz, und nicht jeder will Übertragungskosten für Werbung bezahlen.
14. Keine "human gateways" - das Netz ist keine Mailbox!
Ebenfalls wird davon abgeraten, seine Aufgabe darin zu sehen, Artikel aus verschiedenen anderen, für jedermann zugänglichen Netzen ins Netz zu pumpen.
Das gilt insbesondere dann, wenn es den Informationen am allgemein üblichen Niveau mangelt, die darin angesprochenen Tatsachen jedem durchschnittlich intelligenten Menschen bereits bekannt sind oder abzusehen ist, dass sich nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Netz-User dafür interessiert.
Bedenken Sie: Das Netz ist keine Daten-Mülltonne.
15. "Du" oder "Sie"?
Aus der Deutschsprachigkeit der "de.*"-Hierarchie erwächst die Frage, ob man andere Netzteilnehmer in Beiträgen und Mails "duzen" oder "siezen" sollte. Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel; es hat sich jedoch eingebürgert, den Anderen mit "Du" anzureden. 99,9 % der Teilnehmer in der "de.*"-Hierarchie finden das auch völlig in Ordnung und würden es als eher absonderlich ansehen, wenn sie auf einmal gesiezt werden würden.

WalterB
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Die Netiquette! Aus der Benimmschule

Beitrag von WalterB » 09.12.2006, 22:56

Ich finde die Ausführungen ausführlich und gut und werde mich bemühen, mich daran zu halten.
Im letzten Punkt kenne ich einen Begriff nicht. Was heißt "de*"-Hierarchie?
LG Walter
:roll:
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.

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Sabine
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Beitrag von Sabine » 09.12.2006, 23:46

Hallo Walter,

"de", steht im Bezug auf Domains und Internetadressen für Deutschland.
In diesem Fall, Teilnehmer der deutschen Hierarchie.
In diesem Fall bestimmt auch nicht negativ gemeint. In der Domain Hierarchie ist "de" eine Toplevel Domain, genauso wie eine "com" Domain die in der Hierarchie noch über "de" steht. So versteh ich das jetzt mal, rein Internet sprachlich. Die höchste Toplevel Domain ist der . (Dot) vor jeder Internetadressen Endung. Z.B. ".de" oder ".com" und auch ".eu" oder .info.
Ich hoffe die Erklärung hat Dir etwas geholfen.

Liebe Grüße von

Sabine

P.S. Ich gehöre zu den 99,9% der "DU" Anhänger!
Viele Grüße von

Sabine

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